

Vareler stehen für Elias Schlange
Mit Dominik Wörner singt internationaler Star Titelpartie – Kantorei führt Oratorium auf
Die Kantorei und das Orchester Salzburg Barock führten das Oratorium „Elias" vor 500 Besuchern in der Schlosskirche auf.
Die Kantorei hatte das anspruchsvolle Werk einstudiert. Die Zuhörer waren begeistert.
Varel - Der Elias, das überaus beliebte Oratorium von Felix Mendelssohn-Bartholdy, hat am Sonntagabend in der Schlosskirche zu Varel über 500 Zuschauer begeistert. In einer bewegenden Aufführung überzeugte der Chor der Kantorei durch anrührenden Klang. Dirigent Thomas Meyer-Bauer hatte sich hochkarätige Unterstützung durch fünf Solostimmen und das auf Orchester-Besetzung erweiterte Ensemble Salzburg-Barock gesichert.
Komplette Besetzung
Felix Mendelssohn-Bartholdy schöpfte bei seiner Komposition aus dem Vollen. Komplette Streicherbesetzung, Holz- und Blechbläser verlangt die Partitur, dazu eben den Chor und Solostimmen. Thomas Meyer-Bauer setzte die Vorgaben würdevoll um, die Sänger der Kantorei harmonierten wundervoll mit den Musikern, die zum großen Teil auf historischen Instrumenten spielten.
Als Glücksfall erwies sich, dass mit dem Schweizer Dominik Wörner ein internationaler Star als Bass in der Rolle des Elias für den erkrankten Ulrich Maier eingesprungen ist. Wörner glänzte solo bis ins piano, ebenso wie mit gewaltigem Stimmvolumen im Zusammenspiel mit Orchester und Chor. Auch die in Varel bereits mehrfach in Erscheinung getretene Annette Gutjahr (Alt) sowie Anne-Katrin Rosenstock (Sopran), Judith Appelstiel (Sopran) und Jens Lauterbach (Tenor) überzeugten. Meyer-Bauer wies darauf hin, dass es auch für professionelle Sänger eine Herausforderung sei, mit ihren Kräften zu disponieren, um dieses umfangreiche und dramatische Stück bis zum Ende durchzuhalten. Er lobte in diesem Zusammenhang noch einmal den Chor der Kantorei und bedankte sich bei seiner Frau Dorothee Bauer, die ebenfalls Chorproben geleitet hatte: „Nur durch die effektive Arbeit zu zweit konnten wir das Werk in dieser Detailtreue und Intensität proben!“ Der fast 70-köpfige Chor, davon 20 Männer, ist doppelt vierstimmig besetzt. In den Baals-Chören steht der vierstimmige Männerchor dem vierstimmigen Frauenchor gegenüber, um anschließend in echter Achtstimmigkeit zu singen, wodurch sich ein sehr dichter Klang ergibt. Auch die Solisten traten – durch drei weitere Stimmen ergänzt – als Doppelquartett auf.
Fülle des Chors
Die vielfachen Möglichkeiten, die das große Orchester und die Fülle des Chors und der Solisten boten, wurden von Mendelssohn voll ausgenutzt und von Meyer-Bauer ausdrucksstark zu Gehör gebracht. Die Aufführung des Oratoriums gestaltete sich sehr abwechslungsreich und emotional.
Viele Chormitglieder kannten das Werk bereits von der Aufführung im Jahre 2007, doch Kantor Meyer-Bauer betont, „es wurde ganz neu umgesetzt, neu mit Leben gefüllt“. Das Publikum wusste die Arbeit zu honorieren. Noch bis kurz vor Beginn gab es lange Schlangen an der Abendkasse. Rund drei Stunden später ging eine großartige Aufführung zu Ende. Bereits zur Pause nach dem ersten Teil hatte es langanhaltenden Beifall gegeben.
(Quelle: NWZ- 09.11.2010; Dirk von Polenz, Text und Bild)
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