Bibelgarten für Zuhause: Buch-Tipps

In vielen biblischen Erzählungen spielen Blumen und Pflanzen eine entscheidende Rolle und manche von ihnen  wachsen und gedeihen auch in unseren friesischen Gärten. Das sprichwörtlich gewordene „Feigenblatt“  aus der Paradieserzählung  überdauert sogar winterliche Temperaturen an der Küste. Klatschmohn, Tulpe und Lilie gehören auch in unseren Breiten zu den klassischen Frühlingsblühern. Die Libanonzeder, aus deren Holz König Salomo den Jerusalemer Tempel erbaute, steht in manchen Vorgärten Varels. Flachs, Weizen oder manchmal auch noch Gerste sind auf dem Acker zu finden. Der Ölbaum als ein Symbol des Friedens und der Granatapfelbaum mit seinen erotischen Früchten gehören zu den besonderen Pflanzen im verheißenen Land Kanaan. Wer einen guten Winter-Platz im Haus hat, kann unter den Bäumen den Sommer genießen. Nicht alle der etwa 120 Pflanzen, die in der Bibel erwähnt werden, lassen sich in Friesland kultivieren. Aber wer seinen eigenen kleinen Bibelgarten anlegen möchte, bekommt in diesen Büchern wertvolle Tipps. Hinweise auf das biblische Vorkommen zumeist inklusive.

 

Pflanzen der Bibel

Klaus Dobat war lange Jahre Direktor des botanischen Gartens in Tübingen. Über 60 biblische Pflanzen hat er in einem sehr schönen Buch beschrieben. Dobat erläutert die Pflanzen aus botanischer Sicht und gibt Hinweise zu ihrem Ursprung und zur Verbreitung bis heute. Die Entwicklung einer Pflanze wird oft in verschiedenen Stadien durch Zeichnungen dargestellt. Gegen Ende eines Artikels gibt Dobat einen oder mehreren Hinweise auf das biblische Vorkommen und zitiert aus der Einheitsübersetzung.  Zitate heben sich durch rote Schrift vom Text ab. Besonders bibliophil wird das in pastellfarbenen Tönen gestaltete Buch auch durch die Aufnahme von 31 detailreichen Zeichnungen des Tübinger Botanikers Leonhard Fuchs. Dieser „Vater der Pflanzenkunde“ schuf 1543 das “New Kreüterbuch“. An ihn erinnert die Pflanzengattung „Fuchsia“, die allerdings nicht zu den biblischen Pflanzen gehört.

Klaus Dobat, Pflanzen der Bibel, 2012, Primus Verlag, 176 Seiten, 19,90 Euro.

Bibelpflanzen – kennen und kultivieren

Einen guten Eindruck von der Schönheit und Vielfalt der biblischen Pflanzenwelt vermittelt alleine schon das pure Blättern durch das Buch von Wolfgang Kawollek und Henning Falk. Zum Teil seitengroße Fotos zeigen die Pracht eines Mohnfeldes oder die Würde einer Dattelpalme in der Wüstenoase. Die Autoren legen das Schwergewicht auf die Beschreibung der Pflanzen und geben viele Hinweise, wie eine Kultivierung gelingen kann. Jede Pflanze wird zunächst kurz biblisch verortet unter der Angabe einiger Bibelstellen.  In einem „Steckbrief“ werden Wuchs, Laub, Stamm, Blüte Früchte und die Herkunft stichwortartig erläutert. Die „Kultur- und Pflegehinweise“ enthalten wertvolle Tipps zu den Themen: Verwendung, Verfügbarkeit im Handel, Standort, Düngen und Gießen, ebenso den Blick auf mögliche Schädlinge. Den sieben Früchten, mit denen das Heilige Land gesegnet ist, und den Früchten des jüdischen Laubüttenfestes sind eigene Kapitel gewidmet.

Wolfgang Kawollek und Henning Falk, Bibelpflanzen – kennen und kultivieren, Ulmer Verlag, 2005, 130 Seiten, 24,90 Euro.

Pflanzen in der Lebenswelt des alten Israel

Wer besonders der biblischen Ikonographie der Pflanzenwelt folgen möchte, sollte zu dem Buch „Das Kleid der Erde“ greifen. In zehn  Aufsätzen werden einzelne Pflanzengattungen in den weiten biblischen Horizont gestellt. Zahlreiche Vergleiche mit der Bilderwelt des Alten Orients, aus Quellen Mesopotamiens und Ägyptens zeichnen den traditionsgeschichtlichen Hintergrund der biblisch-botanischen Erzählungen nach. Beschrieben wird z.B. der Garten als Bild des Heils, der Baum als Kultort oder die symbolische Bedeutung der Pflanzen am salomonischen Tempel. Typische Pflanzentexte aus dem Ersten Testament werden direkt abgedruckt. Eine ausführliche Bibliographie zu den einzelnen Kapiteln ermöglicht die weitere theologische Recherche. Auch ein Glossar ist beigefügt, in dem die hebräischen Bezeichnungen mit den Übersetzungen einzelner  Autoren gegenüber gestellt werden. Denn nicht immer kann die Bedeutung einer biblischen Bezeichnung eindeutig geklärt werden.
Das Kleid der Erde. Pflanzen in der Lebenswelt des alten Israel, Ute Neumann-Gorsolke / Peter Riede, Calwer / Neukirchener Verlag, 2002, 374 Seiten, 14,95 Euro

Pflanzen der Bibel

Als Klassiker unter den biblischen Pflanzenkunden gilt das Werk von Michael Zohary. Der 1983 verstorbene Botaniker war Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Das Buch „entstand genau in der Umgebung, wo die Pflanzen aus vergangener Zeit auch heute noch blühen und gedeihen, wo die blumenreichen Landschaften der Bibel noch jenen Glanz ausstrahlen, den Propheten und Könige in Gedichten, Fabeln und Parabeln gerühmt haben und den das Volk in seinen Liedern besungen hat“ schreibt Zohary in seinem Vorwort. Sein Interesse ist es zudem, ungenügende Übersetzungen der hebräischen Bezeichnungen richtig zu stellen. In einem ersten Teil beschreibt der Autor die Topographie und die klimatischen Verhältnisses des Landes. Die alten Handelswege sind ebenso beschrieben wie die religiöse Bedeutung der Pflanzen. Im zweiten Teil werden die Pflanzen nach Kategorien geordnet dargestellt. Eine bis zwei Seiten widmet Zohary jeder Pflanze. Er nennt ihr biblisches Vorkommen und beschreibt ihre kulturgeschichtliche Bedeutung. Hinweise auf die biblischen Bezeichnungen und botanische Erläuterungen identifizieren die Pflanze. Ein Foto macht jede Blume oder jeden Baum anschaulich.

Michael Zohary, Pflanzen der Bibel, Calwer Verlag, 1983, 31995, 223 Seiten, 26,95 Euro.

 

 

Zusammengestellt von Tom Oliver Brok

Nächste Gottesdienste

17.8., 9h, Einschulungs-
               gottesdienst

 

18.8., 18h, Abendkirche Taizé
                 mit Abendmahl

 

1.9., 10h, Familiengottesdienst
               zur Tauferinnerung 
               mit Kinderkantorei

 

15.9., 18h, Abendkirche Taizé

 

6.10., 10h, Gottesdienst zum
                 Erntedankfest mit
                 Arche-Chor, 
                 Kinderkirche

 

20.10., 18h, Abendkirche Taizé

 

 

  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken

© 2019 Ev.-luth. Kirchengemeinde Varel | Schlossplatz 3 | 26316 Varel | Tel.: 04451-9662-19| E-Mail: kirchenbuero@No Spamev-kirche-varel.de | www.ev-kirche-varel.de

Spendenkonto: LzO, IBAN DE71 2805 0100 0052 4000 17, BIC SLZODE22