Geschichte der Dörfer im Pfarrbezirk Büppel

Jethausen
wird 1108 erstmals erwähnt: Der Oldenburger Graf Egilmar verspricht dem Kloster Iburg eine jährliche Rente von 90 Bund Aalen ein großer Teil davon soll aus „Gethusen“ geliefert werden; die nahe liegende Wapel ist zu der Zeit noch recht breit und sicher fischreich.
Bis 1164 liegt Jethausen weit im Binnenland. Nach der Marcellusflut von 1362 reichen Ausläufer des Jadebusens nahe an Jethausen heran. 1577 wird ein Deich zwischen Jethausen und Hohenberge gezogen; die Jethauser Hausmänner können fruchtbares Neuland erwerben. 1800 gibt es in Jethausen sieben Hausstellen, vier sind aus Meierhöfen hervorgegangen.

 

Büppel
wird 1540 erstmals erwähnt. Zu der Zeit gibt es dort drei Häuser; sie bleiben über 250 Jahre die einzigen Häuser in Büppel. Auf dem hohen Büppel legen Vareler Bauern Äcker an. Im südlichen Teil Büppels richtet die Herrschaft einen Fischteich ein und pflanzt den Tannenkamp an, die gräfliche Schäferei nimmt große Heideflächen in Anspruch und weitere Flächen werden von Obenstroher Bauern beackert. Erst als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem hohen Büppel Land verkauft wird, der Moorrand stärker besiedelt wird und Arbeiterhäuser entstehen, wird Büppel zum größten Ort im heutigen Büppeler Pfarrbezirk.

 

Hohenberge
liegt auf einem Höhenrücken. Von dort führte ein Schlengenweg nach Wapelersiel. Diese Wegeverbindung förderte die Besiedlung von Hohenberge. Um 1800 gab es hier schon 13 Häuser, darunter einen Dorfkrug. Im heutigen Büppeler Pfarrbezirk gab es damals nur in Streek mehr Häuser.

 

Streek
entstand an der alten Wegeverbindung zwischen Varel und Oldenburg. Das schier unüberwindliche Moor nördlich der Wapel ließ vor 1750 eine Verbindung Varels mit Oldenburg nur über Obenstrohe - Altjührden - Wiefelstede zu oder über Streek – Jethausen – Chorengelshaus – Jaderberg. 1674 stehen in Streek vier Häuser. Um 1749 wird von einem „regen Verkehr“ gesprochen und die Einrichtung eines Kruges beantragt. 1761 gibt es bereits einen Kaufmann. 1800 stehen  in Streek 29 Häuser. Zu Albert Meinhard Menzels Gastwirtschaft gehörte schon 1834 ein „Keglerhaus“.

 

Neuenwege
Lange Zeit war das Gebiet westlich von Streek und Jethausen und nördlich der Wapel  unberührtes, wildes Moor. Die erste Überwindung des Moores gelang um etwa 1650 mit dem Bau eines Dammes, der von Büppel über die Wapel nach Heubült führte. Der „Neue Weg“ gab den Anstoß für eine Ansiedlung, die sich bald Neuenwege nannte. 1692 wurde das erste Haus gebaut, um 1750 waren es schon 11 Häuser, darunter ein Dorfkrug. Die Bewohner führten als Moorbauern ein hartes Leben. 1822 wohnten in den immer noch 11 Häusern 100 Menschen.

 

Hohelucht
wurde nur langsam besiedelt. Moor- und karge Heide mussten kultiviert werden. Um 1800 standen in Hohelucht 11 Häuser.

 

Neudorf
Um etwa 1800 wurde das erste Haus im heutigen Neudorf gebaut, das bis 1829 zu Neuenwege gehörte. Auch hier hatten die Menschen die schwere Arbeit der Moorkultivierung zu bewältigen. Wie unwegsam das Moor damals noch war, zeigt die Tatsache, dass die erste Kuh für Neudorf von Hohelucht auf einem Scheunentor durchs Moor geschleift wurde.

 

Jethausermoor
Das Jethauser Moor wurde von Jethausen aus abgetorft und und  bewirtschaftet. Wegen der schwierigen Entwässerung entstanden hier erst im 19. Jahrhundert die ersten Häuser. 1875 hatte Jethausermoor 74 Einwohner, 1950 103 Einwohner und 2008 in 26 Häusern 62 Einwohner.

 

Rosenberg
war ein einziges Moorgebiet, aus dem einige „Berge" herausragten (z.B. Wullenberg, der Schwarzeberg, der Ahrensberg). Ein kleiner Berg, der heute nicht mehr vorhanden ist, war Mittelpunkt einer Schäferei, die von einem Schäfer namens Rose betrieben wurde; er gab dem Ort den Namen. Die ersten Wohnstätten - zunächst noch Plaggenhütten und „Wohnbuden“ - entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts an einem Geestrücken an der heutigen Rosenberger Straße. Ab 1860 breitete sich der Ort aus, es gab jetzt nur noch feste Häuser. 1872 wurde das Torfwerk Ruschmann u. Carls gegründet und gab vielen Menschen Arbeit.
Das Gebiet Schwarzeweg, Ahrensberger Straße und Wullenbergsweg hieß früher Altjührdenerfeld. Die Kinder dieses Gebietes besuchten die Altjührdener Schule, die (übrigen) Rosenberger Kinder die Schule in Neuenwege. Erst als 1914 der Schulbezirk der neu errichteten Rosenberger Schule festgelegt wurde, wurden dessen Grenzen auch die Grenzen des heutigen Dorfes Rosenberg.

 

Quellen:

- Arnold Schultze, Büppel – Die Geschichte eines stadtnahen Dorfes

- Ortsfamilienbuch Varel
- Wilhelm Korte, Chronik der Bauerschaft Jethausen
- Wilhelm Korte, 200 Jahre Neuenwege
- Gerd Pargmann, Manuskript Rosenberg
- August Osterloh,  Die Gemeinde Varel-Land (1856 – 1972) und ihre siedlungsgeschichtliche Entwicklung in „150 Jahre  Stadtrechte Varel“

 

Gerold Ostendorf

 

Grafik: Geschichte der Dörfer Varel-Land süd (pdf)

Nächste Gottesdienste

17.8., 9h, Einschulungs-
               gottesdienst

 

18.8., 18h, Abendkirche Taizé
                 mit Abendmahl

 

1.9., 10h, Familiengottesdienst
               zur Tauferinnerung 
               mit Kinderkantorei

 

15.9., 18h, Abendkirche Taizé

 

6.10., 10h, Gottesdienst zum
                 Erntedankfest mit
                 Arche-Chor, 
                 Kinderkirche

 

20.10., 18h, Abendkirche Taizé

 

 

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