Die Schuke-Orgel

Schuke-Orgel, Varel (1978)
Schuke-Orgel zu Varel

Im Juli 1978 wurde die von der Karl Schuke-Berliner Orgelwerkstatt GmbH gefertigte neue Orgel der Schlosskirche feierlich dem Dienst in der Kirchengemeinde übergeben. Eine nachhaltige Veränderung der alten Orgel war unumgänglich geworden, nachdem das zweimanualige Instrument, 1861 von Philipp Furtwängler erbaut, unüberhörbare klangliche Mängel aufwies und zudem ebenfalls technisch unzuverlässig geworden war.

 

Als Grundlage diente die vom damaligen Kantor H.-R. Aukschun erstellte 46registrige Disposition eines dreimanualigen Instrumentes (HW/RP/SW) mit Pedal, mechanischer Spieltraktur (Schleiflade) und elektrischem Regierwerk.
Prof. Schuke entwarf die Mensuren (Durchmesser der Pfeifen, abhängig auch von der Größe des Raumes, den die Orgel klanglich füllen soll) mit besonderer Rücksicht darauf, dass das Instrument auf der Empore im nördlichen Querhaus aufgestellt werden sollte, wo vermutlich auch schon die früheren Instrumente von 1615 (HW/RP/P) und das Instrument von 1861 (HW/ SW/P) ihren ersten Platz hatten. Für diese ungewöhnliche, nicht im Westen des Hauptschiffes erfolgte Positionierung der Orgel, ist bautechnisch die geringe Höhe des Kirchenschiffes verantwortlich zu machen, die dort den Einbau eines für beide Instrumente verbürgten Principals von 8´- Länge nicht möglich machte, ohne das Gewölbe des letzten Längshausjoches zerschlagen zu müssen.

 

Bei dem von der Gemeinde befürworteten Orgel-Neubau von 1978, konnte das vorhandene neugotische Gehäuse von 1861 im Wesentlichen erhalten werden. Unter dem Gesichtspunkt funktionsgerechter Werkaufteilung wurde es jedoch so umgearbeitet, dass nun im Prospekt der Pedal-Principal 16`, von groß C an offen gebaut, seinen Platz fand. Dies hatte gestalterisch die Auflockerung der ehemals flächigen Orgelfassade durch drei vorspringende Pedaltürme zur Folge. Das neu zu erbauende Rückpositiv wurde dem Hauptkörper der Orgel und seinen Formenelementen korrespondierend gestaltet. Es erforderte den Umbau der  gesamten Orgelempore, die - weit in den Raum vorgezogen - stufenweise so absenkt wurde, dass das Rückpositiv hinter der Emporenbrüstung frei zu stehen kam. Auf diese Weise entstand um den zweiseitig zugänglichen und offen hinter dem Rückpositiv stehenden Spieltisch zudem genügend Raum für das gottesdienstliche Singen der Kantorei.

 

Von dem ersten Münstermann-Orgelgehäuse aus dem Jahr 1615, in das der Lüneburger Orgelbauer Christian Bockelmann ein neues Werk stellte, stammen noch die restaurierten Löwen, die links und rechts neben dem mittleren Pedalturm oberhalb des Schwellwerkes angebracht sind. Sie halten die Wappen des gräflichen Stifterpaares originalgefasst, die man am Altar unkoloriert sieht.

 

Eine Apollofigur von Münstermanns Orgelgehäuse (1615) befindet sich heute in der Skulpturenabteilung der „Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz“ in Berlin-Dahlem.

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